Gründungssage

Kunstmühle BenzEin junger Müllerbursch saß versonnen am "Brünnele" und warf kleine Steine in das Wellen schlagende Wasser. Ein über die "Auchtwiesen" auf weichem Wiesenboden kommender Reitersmann zügelte sein Pferd vor dem sich Erschreckenden, stieg ab und hieß den Burschen sitzen zu bleiben. Dieser gehorchte und verlor seine Angst etwas, als der Fremde ihm Gebratenes anbot.

Wohlan, dachte der Bursch: Für einen Werktag ist dies nicht schlecht! Und als der Fremde ihn gar fragte, ob er ihm sonst noch helfen könne, verlor er seine Befangenheit ganz und gar und sagte: Ich würde gerne eine Mühle bauen hier in Aufhausen, und sie sollte für die nächsten 500 Jahre die erste und vor allem die einzige zwischen Heidenheim und Itzelberg sein. Der Fremde lächelte weise und sagte: Das läßt sich machen, aber sag´ was kannst Du dagegensetzen?

Der Müllerbursch wurde kecker und zog 2 mal 9 Steine von unterschiedlicher Farbe aus der Tasche. Dem Fremden reichte er die schwarzen, für sich behielt er die weißen Steine, und er erklärte: Schau, jeder Stein steht für einen Mahlgang. Drei Steine, nämlich einen Gerbgang, einen Schrotgang und einen Mehlgang brauchst Du unbedingt, um eine Mühle ordentlich betreiben zu können. Wer von uns zuerst eine komplette Mühle hat - das sind drei Steine in einer Reihe hintereinander gesetzt - und diese Mühle so öffnen und schließen kann, daß es mit jeder Schließung dem anderen Mühlenbauer - wie Du jetzt einer bist - einen Gang oder Stein wegnehmen kann und damit eine weitere Mühle unmöglich macht, der hat gewonnen. Wenn Du nun gegen mich spielst und ich gewinne, dann hilfst Du mir, die Mühle in Aufhausen zu bauen. Wenn ich verliere, dann will ich Dir ewig dienen. Dem Fremden gefiel´s. Der Müllerbursch zeichnete in den staubigen Weg ein verzweigtes Netz von Wasserkanälen und los ging´s.

Dreimal verlor der Fremde, bevor er lachend davonritt- nicht ohne dem Burschen einen prallen Beutel mit Goldstücken zuzuwerfen, den Grundstock für die Mühle in Aufhausen. Und da die Mühle in Schnaitheim erst im Jahr 1724 erbaut werden sollte, mußte diese Begegnung spätestens im Jahr 1224 erfolgt sein. Wer der Fremde war, weiß niemand so recht. Die einen sagen, es sei des Barbarossas Sohn, die anderen - es sei der liebe Gott selbst gewesen...

Quelle: "Aufhausen - als der Morgen noch Jauchert hieß" von Peter Michael Sträßner

Wir danken Herrn Sträßner für die Zusammenarbeit!